Teezubereitung
Je nach Nationalität und Region gibt es sehr verschiedene Möglichkeiten und Varianten, wie man sich eine leckere Tasse Tee zubereiten kann. Jede Variante erzeugt dabei ihren eigenen und manchmal sehr speziellen Geschmack. Welche Variante bevorzugt wird, hängt nicht nur von der Verfügbarkeit des Tees und den Traditionen, sondern den Geschmäckern der Bevölkerung ab. In Mittel- und Westeuropa wurde die englische Variante der Teezubereitung übernommen, da sich der Tee beginnend in England als Handelsmacht in Europa verbreitete. Dies gilt auch für Länder mit ehemaliger englischer Kolonialherrschaft. In Süd- und Osteuropa dagegen wird der Tee eher nach orientalischem Vorbild zubereitet, da er dort über die Karawanenstraße verbreitet wurde. Länder, welche Tee anbauen, verfügen über eigene kulturelle Teezubereitungsvarianten.
Um den Schwarztee richtig zu brühen, sollte man sprudelndes kochendes Wasser verwenden. Bei grünen Tees und halbfermentierten Teesorten riecht eine Wassertemperatur von 65 bis 90 Celsius bereits aus, um das Aroma des Tees zur Entfaltung zu bringen. Auch bei der englischen Zubereitung ist das Wasser lediglich heiß, nie kochend.
Wie lange der Tee im heißen Wasser ziehen muss, ist sehr unterschiedlich, die Ziehzeit reicht von 20 Sekunden bis fünf Minuten. Je länger der Tee zieht, desto stärker und anregender wirkt er. Eine alte Tee-Regel besagt, dass Tee mit einer Ziehzeit bis drei Minuten anregend wirkt, er darüber hinaus aber eher beruhigt. Das liegt daran, dass zunächst das Koffein im Tee gelöst wird und bei einer längeren Ziehdauer zusätzlich noch die im Teeblatt enthaltenen Tannine. Diese wandeln das Koffein in eine wasserunlösliche Form um, sodass die anregende Wirkung nachlässt.
Gießt man den Tee in einer Teekanne auf, schwimmen einige Blätter oben und andere unten, beginnen sich die oberen Blätter zu senken und die unteren aufzusteigen, kann man den Tee abgießen, die perfekte Ziehzeit ist erlangt.
Zubereitungsvarianten:
Grüner Tee wird normalerweise pur getrunken, wohingegen in dem Schwarztee oft Zucker, Honig, Milch, Rahm oder Zitrone zugegeben wird. Je nach Geschmack variieren die Zugabemengen erheblich. Besonders Kandiszucker oder brauner Rohrzucker wird für die Süßung von Tee benutzt.
Traditionell wird der Tee in England mit Milch zubereitet. Auch in Ostfriesland gibt es eine eigene Teekultur. Hier trinkt man den starken Tee mit flüssiger Sahne und Kluntjes. Das ist großwürfliger Kandiszucker. Traditionell rühren die Ostfriesen ihren Tee nicht um.
Für die Zubereitung von Tee empfiehlt sich weiches Wasser. Darüber hinaus sollte man immer frisches Wasser aufkochen, da es über einen hohen Anteil an gelöstem Sauerstoff verfügt. Bereits aufgekochtes oder abgestandenes Wasser lässt den Tee fade schmecken und ist daher nicht zu empfehlen.
Tee wird in speziellen Behältern und Kannen zubereitet, die oft kulturtypische Formen aufweisen und in fast allen Kulturen vorkommen. In dazupassenden kleineren Behältern wird er dann konsumiert. Typisch englisch sind eine Teekanne und Teetassen aus einem Service. Aber auch die tassenweise Brühung von Tee ist besonders im gastronomischen Sektor weitverbreitet.
Abgekühlter Tee verändert sich in seinem Geschmack, welcher auch nicht durch wieder aufwärmen erneuert werden kann. Des Weiteren kommt es zu Teetrübungen durch Mineralien, Gerbstoffen, Ölen, Koffein und andere Substanzen. Im noch heißen Tee sind diese chemischen Reaktionen verlangsamt und treten später auf. Daher ist es wichtig, das das Teegeschirr auf eine gute Wärmespeicherung ausgelegt ist. Somit sind Teekannen oft kugelförmig und besitzen einen Deckel. Sie bestehen aus Porzellan, Glas und Gusseisen. Auch kann man sie mit einem Stövchen, in dem ein Teelicht ist, schön warm halten.