Verschiedene Teekulturen
Die europäische Teekultur ist weitgehend mit der englischen identisch, das diese in vielen Ländern übernommen wurde. Dabei wird der Tee in kleineren Mengen mit heißem Wasser überbrüht, wird jedoch nicht im Wasser gekocht. Entweder wird der Tee direkt in die Kanne gegeben, was beim Abgießen ein Sieb erforderlich macht, oder es werden Teebeutel oder Tee-Eier verwendet. Das mehrmalige Verwenden der Teeblätter wird vermieden. Auch das vorherige Waschen der Teeblätter, wie es beispielsweise in Russland oder auch im Orient üblich ist, ist überflüssig, da die verwendeten Teesorten industriell entstaubt worden sind. Dieser entstaubte Tee hat nur eine leichte Färbung und trübt nur gering ein. Der Tee wird bei einer mittleren Temperatur konsumiert. Ihn sehr heiß und durch Schlürfen zu konsumieren, wie es im arabischen Raum zelebriert wird, erfolgt nur in Ausnahmefällen. Bei der englischen Variante wird zum Tee noch Zucker, Zitrone und Sahne serviert.
In Asien ist es üblich, den Tee direkt in der Kanne mit heißem Wasser zu übergießen. Die schweren und unzerkleinerten Teeblätter sinken zu Boden der Kanne, sodass der Tee problemlos abgegossen werden kann. Auch kann der Tee bis zu dreimal neu aufgegossen werden, bevor man wieder neue Teeblätter verwendet. Des weiteren wird auf das Süßen des Tees weitgehend verzichtet.
In Indien wurde der Tee erst im 19. Jahrhundert durch die britische Kolonialmacht heimisch. Durch den großflächigen Anbau verbreitete er sich auch sehr schnell unter der Bevölkerung. Indischer Tee (Assam) wird zusammen mit Milch und verschiedenen Gewürzen, wie Zimt, Kardamom, Ingwer, Pfeffer und Gewürznelken aufgekocht. Dieser Massala Chai wird an vielen kleinen Ständen an Straßen und Kreuzungen feilgeboten und ist mittlerweile auch in Europa sehr beliebt.
In Tibet ist sogenannter Buttertee sehr beliebt. Dies ist ein salziger Schwarztee, welcher mit Butter von Yak-Kühen und in einem speziellen Rohr zubereitet wird. Geschmacklich ist er etwas gewöhnungsbedürftig, führt aber durch das viele enthaltene Fett dem Körper viel Energie zu, was besonders im Winter hilft, die Körpertemperatur zu erhalten.
Bei einigen Sorten verbessert sich den Geschmack, wenn man den ersten Aufguss mit wenig Wasser wegkippt und den zweiten Aufguss erst konsumiert. Das besagt auch ein Sprichwort: „Die erste Tasse für den Feind – die zweite Tasse für den Freund.“ Dies gilt besonders bei Grüntee und sorgt nicht nur dafür, dass der Tee sauber wird, sondern auch die Aromaentfaltung besser vonstattengeht.
In Russland ist der Tee seit dem 17. Jahrhundert bekannt, welcher damals mit den Karawanen über die Mongolei kam. Aber erst im 19. Jahrhundert konnte er sich im ganzen Land verbreiten, davor galten die Moskauer Teetrinker als „Wassersäufer“. Russischer Tee wird in einem Samowar zubereitet. Darin wird der Tee zu einem Sud verkocht, der dann mit Wasser zu dem eigentlichen Teegetränk verdünnt wird. Dieser bittere Sud ist mehrere Stunden bei gleichbleibender Temperatur haltbar. Zur Süßung wird Marmelade verwendet, welche löffelweise gelutscht wird. Bevor der Tee zum Sud verkocht werden kann, muss er mehrmals kurz hintereinander gewaschen werden, bevor er 20 – 30 Minuten gekocht wird.
In der Mongolei wird der Tee dagegen etwas anders zubereitet. Der Ziegeltee, gepresster getrockneter Tee in Ziegelform, wird zerkleinert und mit Wasser aufgekocht. Zusätzlich fügt man Milch, etwas geröstetem Reis oder Mehl und etwas Fett sowie Salz hinzu und lässt das Ganze 15 Minuten kochen.
Im Orient wird der Tee zunächst gewaschen, bevor er in einem Caydanlik zubereitet wird. Orientalsicher Tee ist sehr stark und wird sehr süß getrunken. Milch oder Zitrone wird nicht zugegeben.
Wusten Sie schon: Teeblätter sind auch ein beliebtes Motiv für
Wandsticker. Dabei handelt es sich um einen Aufkleber für die Wand.