Die Geschichte des Tees

Das Wort „Tee“ findet sich schon in dem Wörterbuch der Gebrüder Grimm. Ab dem frühen 18. Jahrhundert vollzog sich ein Bedeutungswandel, welcher mit dem Begriff „Tee“ nicht mehr nur den Schwarztee beschrieb, sondern auch das Ausgussgetränk, dass aus Tee und anderen verwendeten Kräutern gewonnen wird. Diese Zusammenführung unter einem Begriff ist aber nicht in allen europäischen Ländern gebräuchlich. In Spanien und Frankreich versteht man unter „Té/thé“ Schwarz- oder Grüntee und unter „Infusion“ alle andern Teesorten.

China ist ganz unzweifelhaft das Mutterland der Teekultur. Wann mit dem Konsum von Tee begonnen wurde, ist im Dunst der Geschichte verschwunden. Belegbar ist dagegen, dass es bereits 221 v. Chr. eine Teesteuer gab.
Während der Tang-Dynastie (618-907) wurde der Tee vornehmlich von Adligen und Gelehrten konsumiert. Auch wurde in den buddhistischen Klöstern während der Meditationen Tee serviert. Diese Klöster waren e,s die den ersten Tee anbauten und auch die erste Abhandlung über den Tee wurde von dem Gott des Tees, Lu Yu (728-804) veröffentlicht. Auch fällt in diese Zeit der erste Tee-Export nach Japan und Korea.
Während der Song-Dynastie (960-1279) konsumierten zunehmend die Familien der Oberschichten den Tee. Auch entwickelte sich das Zubereiten des Tees weiter und es fanden Wettbewerbe statt, um die besten Teesorten zu ermitteln. Erst mit der Yuan-Dynastie (1279–1368) breitete sich der Tee in der gesamten chinesischen Bevölkerung aus.

Früher trank man den Tee in sogenannten Teehäusern, die überall verbreitet waren. In ihnen traf man sich auch zum Informationsaustausch und zum Amüsement. Während der Kulturrevolution wurden sie geschlossen, doch nach und nach eröffneten viele wieder.
Nach Europa gelangte der Tee Anfang des 17. Jahrhunderts per Schiff. Ein Schiff der Ost-indischen Handelskompanie brachte 1611 ersten grünen Tee nach Holland. Es dauerte nicht lange und immer mehr Tee wurde über Java und Batavia (das heutige Jakarta) nach Holland importiert. Die Engländer übernahmen das Handelsmonopol mit Asien im Jahre 1669 und lösten somit die Handelsmacht Holland ab. Durch den langen Transportweg von sechs bis neun Monaten und der schlechten Lagerung in den Laderäumen litt das Aroma des Tees erheblich.
Auf dem Landweg kam der chinesische Tee erstmals 1611 über die Mongolei an den Hof des russischen Zaren. Dieser Karavanentee konnte sein Aroma besser verwahren als der Schiffstee.
Damals wie heute war man um seine Gesundheit besorgt und stritt darüber, ob der Tee gesundheitsfördernd oder schädlich sei. Ein besonderer Verteidiger des Tees war der Arzt Cornelius Bontekoe (1647 – 1685), welcher 1679 ein Traktat über den Tee veröffentlichte, allerdings im Auftrag der Ostindischen Handelskompanie, wie man heute weiß.

Im England wurde der Tee durch die Infantin von Portugal Katharina von Braganza (1636-1705) eingeführt, welche 1662 mit Karl II. verheiratet wurde. Sie gilt als Begründerin der englischen Teekultur.
In Deutschland wurde der Tee ab Mitte des 17. Jahrhunderts beliebt. Zunächst kam er von Holland aus nach Ostfriesland, wo sie die ostfriesische Teekultur entwickelt. Später verbreitete er sich im gesamten Deutschland und wurde in literarischen Salons und Teegesellschaften gereicht.
Wichtig war der Tee auch für die Bestrebungen der nordamerikanischen Kolonie vom Mutterland England unabhängig zu wenden, die die Kolonie mit hohen Steuern und Abgaben belastet, was zum Unmut bei der amerikanischen Bevölkerung führte. Diese äußerte sich in der Boston Tea Party. Im Jahre 1773 verkleideten sich Bürger als Indianer und kaperten drei Handelsschiffe im Hafen von Boston und warfen seine geladenen mehrere Tonnen Tee über Bord, um gegen die enormem Steuerabgaben zu protestieren.
Nach der Aufhebung des englischen Handelsmonopols im Jahre 1834 und der Öffnung des Suezkanals 1866 beteiligten sich auch Deutschland und andere Länder am Teehandel. Durch die Verkürzung der Reiseroute und die Verbesserung der Transportmittel verlor der Tee kaum noch was von seinem köstlichen Aroma, dessen weitverbreiteter Genuss nach wie vor ungebrochen ist.

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